~ Beliéne - Die Göttin der Dämmerung ~

Tag und Nacht mögen sich abwechseln, doch sie vermögen dies niemals vor der Dämmerung, die alles in ihr ruhiges Zwielicht taucht.
So ist Beliéne also die Göttin die Dämmerung, der ruhende Pol, der die Streitereien zwischen Tag und Nacht durch ihre Weisheit abmildert und vergessen macht. Beliéne unterstehen das Wissen, die Weisheit und das Licht der Sterne.
Wie ihre Schwestern nimmt auch Beliéne die Gestalt einer jungen, schlanken und schönen Frau an. Ihre Augen leuchten bernsteinfarben bis golden und ihr Haar von der Farbe des Sonnenuntergangs fließt schimmernd über den schlanken Rücken, dessen Farbe wie der Rest ihrer zarten Haut der Farbe der Dämmerung gleicht.
Beliéne trägt normalerweise ein weißes Gewand, liebt aber jede Farbe, die der Dämmerung ähnelt und nicht klar erkennbar ist - dazu gehören dunstige, blaue Töne ebenso wie kräftiges Rot oder Gold.
Beliéne entsprang aus dem wissbegierigen Geist der Gelehrten, die Tag und Nacht über ihren Büchern saßen und bemüht waren, den Lauf der Welt aufzuschreiben und für die Nachwelt zu bewahren. Erschüttert über die ewigen Streitereien zwischen Tag und Nacht, machte sie sich die Dämmerung zu eigen, um immer vermitteln zu können und den goldenen Mittelweg zu finden.
So ist Beliéne eher eine bedächtige Göttin, die keines der Extreme schätzt und lieber das Wissen um den Lauf aller Dinge fördert. Wenn Dienée und Nalimá sich zu sehr in die Geschicke ihrer Untertanen einmischen wollen, so ist es Beliéne, die beide zurückhält und sie über ihr Verhalten nachsinnen lässt, bevor das Chaos ausbricht - das Chaos, aus dem auch Makarah entstanden ist, der ihren vollkommenen Gegenpol bildet.
Beliénes Priesterschaft ist vollkommen der Bewahrung des Wissens verschrieben und hält Tag und Nacht die Geschehnisse fest, die Phantásia bewegen, ebenso wie die neuesten Errungenschaften der Wissenschaft. Ihre Göttin wacht lächelnd über sie, wenn sie in ihren kerzenerleuchteten Hallen sitzen, die voller ledergebundener Bücher und Schriftrollen stecken und ihren Aufzeichnungen nachgehen. Sie kleiden sich nach dem Vorbild ihrer Göttin in weiße Gewänder und tragen stets Pergament und Feder bei sich, die auch das Zeichen Beliénes bilden, das sie um den Hals tragen - ein ewiges Abzeichen der Sehenden, wie ein Geheimbund, der aus ihrer Priesterschaft entstanden ist und der den Wesen Phantásias Erleuchtung bringen möchte, auch genannt wird.
Beliéne wird von allen Bewohnern Phantásias hoch geschätzt, was sie selbstverständlich auch zu einem Dorn im Auge Makarahs macht, der ihr diese Stellung neidet.
Bernsteinfarbene oder braune Augen gelten hier als Zeichen einer besonderen Intelligenz, die von der Göttin gegeben worden ist - dies kann natürlich auch nur ein Aberglaube sein, wer kann das schon genau bestimmen?

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