![]() Nach den Chaoskriegen, während denen sich Makarahs Spiegelreich von Phantásia abspaltete, bestieg die junge Anádele den Thron des zerrütteten Reiches und einte in ihrer Weisheit zumindest den Teil Phantásias wieder, der danach an Ort und Stelle verblieben war. Anadéle selbst wurde gerüchteweise von den Göttinnen selbst ausgewählt, bekannt ist auf jeden Fall, daß sie der letzte Sproß der ehemaligen Königsfamilie ist, die sich in den Kriegen gegenseitig ausgelöscht hat. Lediglich die junge Monarchin behielt einen kühlen Kopf, als die anderen sich in ihren, von Makarah eindeutig angefachten, Intrigen verloren und dieser kühle Kopf ist es auch, der sie für den Thron qualifiziert und für das Reich unverzichtbar macht. Anadéle herrscht weise und gerecht, lässt sich jedoch ab und an auch zu einer unüberlegten, spontanen Tat hinreißen, was man auf den Einfluß Nalimás zurückführt, die ja ebenfalls eine Hand in ihrem Auswahlverfahren hatte und ihr schon einen gehörigen Teil ihrer selbst, inklusive einer gewissen Eitelkeit und einer Vorliebe für die Kunst, mitgegeben hat. Die Königin hat sehr helle Haut und glattes, kupferfarbenes Haar, daß sie gerne aufgesteckt trägt. Ihre blauen Augen, die wie tiefe Teiche wirken, sind der absolute Blickfang in ihrem ebenmäßigen Gesicht, das stets Ruhe auszustrahlen scheint - jedenfalls dann, wenn sie beobachtet wird und die schwere Krone auf ihrem Kopf sitzen lassen muß, unter deren Gewicht die Monarchin eigentlich zusammenbrechen müsste, wenn man ihren zarten Körperbau in Betracht zieht. Es gibt hartnäckige Gerüchte, wonach die Königin in stillen Stunden selbst den Vergnügungen des Volkes nachgehen soll und man murmelt oft von einem geheimnisvollen Liebhaber, der zu später Stunde den Balkon vor ihren Gemächern erklimmt - mit Vorliebe, wenn Anadéle genüsslich ein Schaumbad nimmt...aber dies sind selbstverständlich nur Gerüchte... Und diese Gerüchte könnten ihr ernsthaft schaden, wenn sie bewiesen werden, hat sie doch ihre Hand dem Herzog von Sivah versprochen - eine eindeutige Vernunftsehe, wenn sie denn jemals zustande kommen sollte. |