![]() Denn mit seiner weißen Haut, den weißen Haaren, den bernsteinfarbenen Augen und seiner sechsfingrigen Hände war er so anders gewesenen, dass ihn die anderen Kinder stets gehänselt und gemieden hatten. Nur sein älterer Bruder Luis hatte damals neben seinen Eltern zu ihm gehalten und hatte ihm das Selbstbewusstsein gegeben, dass ihn zu einem jungen Mann hatte heranwachsen lassen. Und während sein Bruder ihm das fechten beibrachte, lehrte ihn sein Vater die Kunst Musikinstrumente zu formen. Von Anfang an legte Armand ein enormes Geschick an den Tag in den edelsten Hölzern klangvolle Instrumente zu entdecken. So war auch er maßgeblich an der neuen Harfe beteiligt, die eines Tages für das Opernorchester in Chomoire gefertigt werden sollte. Ein kleines Meisterwerk entstand unter den Händen von Vater und Sohn und der Klang der Harfe verzauberte alle. Kurz bevor die Harfe ihren Weg zu ihrem neuen Besitzer antreten sollte, zog es Armand in einer Gewitternacht zu dem einzigartigen Instrument. Er setzte sich zu ihr und auf einmal begann er die Harfe zu spielen ohne zu wissen was er tat. Wie von selbst erklang eine sehnsüchtige Melodie, obwohl er nicht einmal wusste wie die Harfe zu spielen war. Er spielte, als hätte er nie etwas anderes getan. Nach dieser Nacht wusste er endlich was seine Bestimmung war. Und so verließ er seine Heimat Nushimá und zog mit der Harfe nach Chomoire. Dort fand er seinen Lehrer Francois Chavall, der nicht glauben konnte was die Natur Armand als Talent mitgegeben hatte. Nur wenig schliff er den Rohdiamanten um die natürliche Begabung nicht zu zerstören, bevor er ein Konzert für ihn arrangierte. Seit diesem Zeitpunkt ist Armand überall ein gern gesehener Gast. Sein Spiel auf der Harfe ist einzigartig und treibt Frauen wie Männern Tränen in die Augen. Schneller als er es sich je hätte erträumen lassen, spielte er in der Oper, in den Häusern der Adligen und auch zu Hofe. Armand du Soleil ist ein normal gewachsener Elf von jungen Jahren. Wie bei Elfen üblich war sein Körper nicht für anstrengende Arbeiten gedacht und seine Haut schimmerte so perlmuttfarbig wie man es gewohnt war, doch damit hörte die allgemeine Ähnlichkeit auch schon wieder auf. Denn wer in sein fein geschnittenes Gesicht sah, blickte in ein Paar bernsteinfarbener Augen, in denen Sehnsucht und Wut miteinander stritten und jeden der ihn sah fortzureißen drohte. Umrahmt wurden seine feinen Züge von weißen, kurzgeschnittenen Haaren, die den Blick auf seine spitzen Ohren freigaben. Somit war der verspielte Ohrring an seinem rechten Ohr deutlich für jedermann sichtbar. Wenn er nicht gerade an seiner Harfe spielte, trug er die in Chomoire üblichen Kleider nach der neusten Mode. Möglichst in den Farben weiß, gold und dunkelblau um seine ungewöhnliche und charismatische Ausstrahlung zu unterstreichen. Nur wenn er an seiner goldenen Harfe spielte, die er selbst in der Form eines stilisierten Falken gefertigt hatte, trug er ausschließlich weiß. |