~ Das Donnergebirge ~

Uralt und mächtig ragt im Norden Phantásias das Donnergebirge, das größte Gebirge des Königreiches, weit hinauf in den Himmel.
Seine Gipfel sind von glitzerndem, pulverig weißem Schnee bedeckt, der bei so manchem Leckermaul sicher an feinen Puderzucker erinnert und die dazu passenden Gelüste erweckt, während der granitfarbene Stein jedoch so ganz und gar nicht an den passenden Kuchen dazu erinnert.
Vereinzelt wächst hier saftiges grünes Gras in kleinen Tälern voller weißer Blümchen, die als Engelskraut bekannt sind und besonders im Frühling in voller Pracht stehen.
Merkwürdige Hochzeitsbräuche ranken sich um diese kleinen Blüten, die von den jungen Bräuten in der Nacht vor der Trauung allein (!) im Mondschein hier gepflückt werden und dann in der gleichen Nacht noch zu Haarkränzen geflochten werden. Woher dieser Brauch stammt ist nicht bekannt, man führt ihn jedoch auf die Göttin Nalimá zurück, die das Engelskraut aus ihrem eigenen Reich herab gebracht haben soll, um den jungen Mädchen Eheglück und niemals verebbende Leidenschaft zu schenken. Natürlich wachsen diese besonderen Blüten auch andernorts, hier sind sie jedoch sehr häufig zu finden.
Das Donnergebirge trägt seinen Namen durch ein niemals endendes Grollen in seinem Inneren, das beinahe schon die Erde erbeben lässt, jedoch von keinem geringerem als dem großen Drachen Anourabillé stammt, der tief unter dem Gebirge schläft und ab und an ein mächtiges Schnarchen erklingen lässt. Die anderen Bewohner dieser Region - die Zwerge von Khâzar Dima und die Riesen, die auf den Gipfeln der Berge in ihren Hütten hausen, haben sich schon lange mit dem Drachen arrangiert und so kommt es hier recht selten zu Streitereien - zumindest mit dem Drachen.
Zwerge und Riesen haben durch ihre unterschiedliche Körpergröße allerdings des Öfteren Probleme miteinander...

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